Die Stahlreinigung mittels Strahlen - "Sandstrahlen"
| Normengegenüberstellung | Strahlergebnis | |||||||||
| Norm- Reinheitsgrad nach DIN 55 928 |
CGSB Kanadische Normen |
NACE USA Spezifikation |
SIS 05 5900 Schwedischer Standard |
SPSS 1975 Japanischer Standard |
TGL 187/30/02 DDR Standard |
BS 4232 Britischer Standard |
SSPC-Vis USA Spezifikation |
ISO 8501/1+2 International Organisation für Standardisierung |
Rostgrad A Stahloberfläche mit festhaftendem Zunder bedeckt und in der Hauptsache frei von Rost. |
Rostgrad C Stahloberfläche, von der Zunder weggerostet ist oder sich abschaben läßt, die aber nur wenige für das Auge sichtbare Rostnarben aufweist. |
| Sa 1 | 31 GP 404 Type 3 |
NACE Nr. 4 | Sa 1 | Sd1 Sh2 | - | - | Brush off SP 7 |
Sa 1 | Zunder und Rost sind nur teilweise entfernt |
Lediglich loser Zunder, loser Rost und lose Beschichtungen sind entfernt. |
| Sa 2 | 31 GP 404 Type 2 |
NACE Nr. 3 | Sa 2 | Sd1 Sh2 | SG 2 | Dritte Qualität |
Commercial SP 6 |
Sa 2 | Nahezu aller Zunder, nahezu aller Rost und nahezu alle Beschichtungen sind entfernt. Auf der Oberfläche dürfen nur so viele fest haftende Reste von Zunder, Rost und Beschichtungen verbleiben, dass keine zusammenhängende Schicht mehr besteht. |
Nahezu aller Zunder, nahezu aller Rost und nahezu alle Beschichtungen sind entfernt. Auf der Oberflächedürfen nur so viele fest haftende Reste von Zunder, Rost und Beschichtungen verbleiben, dass keine zusammenhängende Schicht mehr besteht. |
| Sa 2 1/2 | - | NACE Nr. 2 | Sa 2 1/2 | Sd 3 | SG 2,5 | Zweite Qualität |
Near white SP 10 |
Sa 2 1/2 | Zunder, Rost und Beschichtungen sind soweit entfernt, dass Reste lediglich als leichte Schattierungen infolge Tönung von Poren sichtbar bleiben. |
Zunder, Rost und Beschichtungen sind soweit entfernt, dass Reste lediglich als leichte Schattierungen infolge Tönungen von Poren sichtbar bleiben. |
| SA 3 | 31 GP 404 Type 1 |
NACE Nr. 1 | Sa 3 | - | SG 3 | Erste Qualität |
White metal SP 5 |
Sa 3 | Zunder, Rost und Beschichtungen sind vollständig entfernt. |
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Strahlen
Als Strahlen bezeichnet man die Oberflächenbehandlung (Entzundern, Entrosten, Verfestigen, Glätten, Aufrauhen)
durch Aufschleudern oder Aufblasen eines Strahlmittels. Dieses ist die weitem wirksamste Methode zur Entfernung von
Walzhaut, Rost und alten Anstrichen. Beim Pressluftstrahlen wird das Strahlmittel aus einer schwenkbaren Düse auf die
Oberfläche geblasen, beim Schleuderstrahlen von ortsfesten, rotierenden Schaufelrädern aufgeworfen. Schleudern ist
wirtschaftlicher als Blasen. Das Schleudern wird in zunehmendem Masse auch
beim Entzundern von Blech, Band,
Stabstahl und Draht eingesetzt, weil dabei keine Entsorgung, wie bei der
Säurebeize, erforderlich ist.
Der Grad der Strahlung, der sich für einen bestimmten Anstrich eignet, ist abhängig von einer Anzahl von Faktoren,
von denen der wichtigste die Art des ausgewählten Anstrichsystems ist.
Vor dem Strahlen sollten Stahlteile entfettet und alle Schweißspritzer
entfernt werden. Befindet sich Öl auf dem Untergrund,
so entsteht der optische Eindruck, als sei es durch das Strahlen entfernt
worden, dies jedoch ist nicht der Fall. Obwohl nicht
sichtbar, ist die Verunreinigung nach wie vor als dünne Schicht vorhanden
und beeinträchtigt die Haftung anschließender
Anstriche. Schweißnähte und scharfe Kanten sollten abgeschliffen
werden, weil Farbanstriche dazu neigen, von scharfen
Kanten abzulaufen. Dies führt zu dünnen Schichten und verringertem
Schutz.
Schweißspritzer sind fast unmöglich gleichmäßig zu
beschichten, außerdem haften sie oft nur lose an, und sie sind eine
gemeinhin bekannte Ursache für das vorzeitige Versagen von Anstrichen.
Naßstrahlung
Naßstrahlung arbeitet mit einem Gemisch aus Wasser und Strahlmittel. Diese Methode hat den Vorteil, dass die
Staubentwicklung und die damit zusammenhängenden Verschmutzungs- und Gesundheitsprobleme zum größten
Teil vermieden werden.
Ein weiterer wichtiger Vorteil der Naßstrahlung ist, daß viele der löslichen Korrosionsprodukte aus den Vertiefungen
stark verrosteter Flächen herausgewaschen werden. Dies verbessert die Haftbarkeit des folgenden Anstrichsystems. Ein
Nachteil dieser Technik besteht darin, daß der gereinigte Stahl schnell nach dem Strahlen zu rosten beginnt. Es ist daher
üblich, bestimmte Inhibitoren dem Strahlwassergemisch zuzusetzten, um dieses Rosten ausreichend lange zu verhindern.
Allgemein beeinträchtigen sehr geringe Konzentrationen dieser Inhibitoren die Eigenschaften anschließender Beschichtungen
nicht, sofern die Stahlteile nicht einer ständigen Wasserbelastung unterliegen.
Strahlmittel
Strahlmittel sind der Oberflächenbehandlung dienende Mittel. Bei den mineralischen Strahlmitteln wird Quarzsand -
der Silikosegefahr wegen heute durch Schlackensand ersetzt. In sehr viel grösserem Masse verwendet man metallische
Strahlmittel wie Hartgussschrot und -kies, Tempergussschrot und -kies, Stahlschrot und -kies. Stahldrahtkorn und Blechkorn.
Schrot hat Kugelform und ist durch das Abschrecken eines Giessstrahles entstanden. Kies sind Splitter aus gebrochenem
Schrot; Drahtkorn sind Drahtabschnitte. Die Hartguss-Strahlmittel werden oft fälschlich als Stahlsand bezeichnet.
Die durch Strahlen erzielte Rauhtiefe ist wichtig und abhängig von dem verwendeten Strahlmittel, dem Strahldruck und
der Strahltechnik. Eine zu geringe Rauhtiefe bietet eventuell keine ausreichende Haftung für einen Anstrich. Eine zu große
Rauhtiefe führt zu ungleichmäßiger überdeckung hoher,
scharfer Spitzen und kann insbesondere bei dünnen Schichten
möglicherweise vorzeitiges Versagen der Beschichtung zur Folge haben.
Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für
typische Rauhtiefenprofile, die mit verschiedenen Strahlmitteln erzielt
werden.
| Art des Strahlmittel | Siebweite | Maximale Rauhtiefe |
| Sehr feiner Sand | 0,17 mm | 37 μm |
| Grober Sand | 1,40 mm | 70 μm |
| Eisenschrot | 1,20 mm | 90 μm |
| Typische nichtmetallische Schlacke 1,5 bis 0,2 mm Korngröße |
- | 75 bis 100 μm |
| Eisenkorn Nr. G 16 | 1,40 mm | 200 μm |
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